Surface Piercing

Surface Piercing

Surface Piercing

Auch bekannt unter: Oberflächenpiercing

Heilungszeit:
ca. 12 Wochen
(kann je nach Platzierung und Wundheilung variieren)

Schmuck: Surface Bar

Surface Piercings finden immer mehr Beliebtheit, da sie an nahezu jeder Stelle des Körpers platziert werden können. Voraussetzungen sind, dass genügend Gewebe vorhanden und die Körperstelle weder konvex (“nach innen gewölbt”) noch konkav (“nach außen gewölbt”) ist. Zudem muss abgewägt werden, ob die Stelle, aufgrund von Nerven und Blutgefäßen, so wie der Funktion, anatomisch vertretbar ist. Körperstellen die ständig in Bewegung sind (Hände, Füße, Knie und Gelenke im Allgemeinen), sind nicht für dieses Piercing geeignet. Ebenso gehören Teile des Intimbereichs und die Innenseiten der Arme dazu.

Es sollte darauf geachtet werden, dass ein Surface Piercing nicht zu tief, jedoch auch nicht zu nah an der Hautoberfläche gestochen wird. Bei zu tief gestochenen Piercings werden die Aufsätze auf die Haut Druck ausüben, was zu Rötungen, Entzündungen und sogar zum Einwachsen der Aufsätze führen kann. Bei zu nah an der Hautoberfläche gestochenen Piercings wird das umliegende Gewebe durch die herausragenden und umkippenden Enden des Schmucks permanent gereizt. I.d.R. werden Surface Piercings frei Hand gestochen, da sie unter Anwendung einer Zange meist nicht tief genug oder nicht auf einer Höhe sitzen.

Surface Piercing

Leider werden des Öfteren Bananabells für Surface Piercings empfohlen. Dies sollte jedoch vermieden werden, da dieser Schmuck zu viel Druck ausübt und das Piercing mit hoher Wahrscheinlichkeit raus wächst. Am Besten setzt man einen Surface Bar ein – ein Barbell, der i.d.R. an jedem Ende eine 90° Biegung in die gleiche Richtung besitzt und somit die Spannung verringert. Je nach Körperstelle kann der Barbell aber auch andere Formen aufweisen, wie zum Beispiel eine 45° Biegung an beiden Enden oder auch den anatomischen Anforderungen angeglichen, also leicht gebogen werden. Die Bars sollten einen Durchmesser von 1,6mm haben, da dies die Gefahr das Piercing auszureißen, z.B. durch hängenbleiben, mindert.
Auch Surface Bars aus flexiblem Material wie PTFE (Polytetrafluorethylen, üblicherweise Teflon genannt) sind möglich, da sie sich leicht formen lassen. Der Nachteil bei Teflon ist allerdings, dass es immer in seine Ursprungsform zurück möchte.
Surface Bars werden meistens nicht gewechselt, jedoch kann die Abheilung eine Anpassung auf einen kleineren Bar nötig machen.

Bei Surface Piercings besteht immer ein erhöhtes Risiko, dass der Körper es abstößt und der Schmuck langsam Richtung Hautoberfläche wandert, das Piercing “wächst raus”. Durch richtigen Schmuck und die korrekte Platzierung, kann man dieses Risiko gering halten, eine 100%-ige Sicherheit wird man allerdings nicht geben können.

Eine weitere Art der Oberflächenpiercings sind Dermal Anchors (auch als Microdermals bezeichnet) oder Skin Diver®, die sogenannten „Single Point Piercings“. Bei diesen Piercings ist kein typischer Stichkanal, mit Ein- und Austrittsstelle, nötig. Diese, nur wenige Millimeter großen, Schmuckstücke aus Titan werden direkt unter die Haut implantiert. Der Vorteil von Microdermals gegenüber Skin Divern® ist, dass sich bei ihnen der Aufsatz wechseln lässt, da diese über ein Gewinde verfügen. I.d.R. verheilen Single Point Piercings besser als Surface Piercings. Das Risiko des Herauswachsens bleibt jedoch in etwa gleich.

Ob ein Surface Piercing nun raus wächst oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab, nicht zuletzt auch von der Belastung des Piercings. Tendenziell lässt sich sagen, dass einige Surface Piercing Arten eher herrauswachsen.
Madison
Platzierung: Drosselgrube (unterer Halsbereich, mittig zwischen den Schlüsselbeinen)

Benannt wurde dieses Piercing, durch seine erste öffentliche Trägerin, Madison Stone.

Nape
Auch bekannt unter: Nackenpiercing
Platzierung: Nacken

In der Abheilphase sollte auf reibende Kleidung und Halsschmuck, welcher hängen bleiben könnte, abgesehen werden. Diese Surface Piercing ist auch als Venom Piercing tragbar, indem man mehrere Surface Bars parallel untereinander setzt.

Wrist
Auch bekannt unter: Piercing am Handgelenk
Platzierung: Etwas über dem eigentlichen Handgelenk. Am Handgelenk selbest wäre zu viel Belastung auf dem Piercing.

Öffentlich getragen und bekannt gemacht wurde dieses Piercing erstmals durch Jon Cobb in der Zeitung PFIQ = Piercing Fans International Quarterly.

Auch temporäre Surface Piercings sind möglich:

Korsett Piercing
Platzierung: Am häufigsten am Rücken, jedoch sind auch Tailie oder Dekolleté möglich.

Das Korsett Piercing besteht aus mehreren Surface Piercings, die zweireihig und meist symmetrisch am Rücken (bzw. der gewünschten Körperstelle) entlang laufen. Eingesetzt werden Ball Closure Rings oder sogenannte D-Ringe, welche dann mit Bändern korsettähnlich verschnürt werden. Dieses Piercings wird meist nur für eine kurze Dauer, wie z.B. Fotoshootings getragen.

Weitere Surface Piercings sitzen zum Beispiel an den Hüftknochen, dem Schlüsselbein („Clavicle“) , vertikal vor dem Ohr („Sideburn“), seitlich am Hals oder vertikal im Dekolleté („Sternum“)

Barrett

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